Wie sieht unser Leben aus, wenn wir es einmal als eine Geschichte betrachten, in der wir leben.
Natürlich möchten wir, dass das eine gute Geschichte ist, mit einer ordentlichen Handlung und einem guten Ausgang.
Wie sieht unser Leben aus, wenn wir es einmal als eine Geschichte betrachten, in der wir leben.Natürlich möchten wir, dass das eine gute Geschichte ist, mit einer ordentlichen Handlung und einem guten Ausgang.
Wie sieht unser Leben aus, wenn wir es einmal als eine Geschichte betrachten, in der wir leben. Natürlich möchten wir, dass das eine gute Geschichte ist, mit einer ordentlichen Handlung und einem guten Ausgang.
Was ist nun genau eine gute Geschichte? Was macht sie aus?
Wenn wir zum Beispiel ins Kino gehen, was muss da in den zwei Stunden auf der Leinwand abgehen, damit wir beim rausgehen sagen: das war ein guter Film, mit einer guten Geschichte?
Die Handlung muss uns fesseln oder beeindrucken. Spannung gehört rein.
Oft finden wir Geschichten gut, wo Menschen aus dem Alltäglichen ausbrechen und auf einmal ganz andere werden können.
Im Hintergrund muss ein guter Erzähler stehen. Ein gutes Drehbuch ist die Grundlage, sonst kommt nichts Gescheites raus.
Die Darsteller müssen überzeugen, glaubhaft spielen.
Die Kameraführung, die Perspektive auf das Geschehen muss stimmen, damit die Handlung zur Wirkung kommt.
Es gab mal einen Regisseur, der hat all seine Filme unterbelichtet, weil er sich davon eine besondere Wirkung versprach. Das Publikum konnte dem weniger abgewinnen.
Der Schluss muss gut sein. Ein Happy End wäre schon in Ordnung. Aber jedes Happy Ende mögen wir auch nicht – wenn es zu flach, zu durchsichtig, zu unrealistisch ist.
Manchmal gibt es Filme oder auch Bücher die berichten über ein Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven. Da sehen zwei Erzähler auf das gleiche Geschehen, doch für beide wird etwas ganz anderes sichtbar. Beide erleben eine andere Geschichte, obwohl die Handlung gleich ist.
Der eine sieht da ganz viel Interessantes, Spannendes, Überraschendes und Schönes und der andere findet das alles ziemlich öde und gewöhnlich.
Vor einigen Jahren fiel mir das Buch eines christlichen Therapeuten in die Hände.
Der schreibt darin: In jedem Leben gibt es zwei Versionen einer Geschichte. Zwei Geschichten erzählt mein Leben:
Die eine ist eine eher alltägliche, oft eintönige Geschichte: Eine Geschichte des Misslingens, der Resignation, des Ungenügens, in der man sich einfach verloren fühlt.
Oft eine Geschichte, die uns andere bzw. die Umstände unterschieben. Die uns eingeredet wird von den Meinungsmachern unserer Zeit. Die uns überrollt im Kampf mit Zwängen des Lebens, die sich eben nicht ändern lassen und unsere Energie aufsaugen.
Und die andere Geschichte ist wie ein offenes Land mit weitem Horizont, eine, die etwas erwarten lässt und uns mit Hoffnung erfüllt.
In beiden Geschichten leben wir.
Als Christen leben wir mit dem Glauben: Die erste Geschichte hat keine bleibende Wirkung. Sie wird einmal zu Ende gehen.
Die zweite wird mich in das Licht einer anderen viel realeren Wirklichkeit führen. Sie bildet die eigentliche Essenz unseres Lebens
Eigentlich ist es jetzt schon nur eine Geschichte, nur ein Weg. Bloß spalten wir unser Leben immer wieder in zwei Geschichten, eine gute und eine schlechte, eine erfüllte und eine öde, eine verheißungsvolle und eine trostlose.
Manchmal bewegen wir uns mehr in der einen und dann wieder stärker in der anderen Geschichte.
In der ersten Geschichte muss ich mein ganzes Leben selbst machen, bin ich der alleinige Schmid meines Glücks. Und die Entwicklung der Geschichte hängt allein von den Umständen und Zufällen meines Lebens ab. Und sei hängt von dem bisschen, was ich daran durch mein Tun und meine Fähigkeiten beeinflussen und ändern kann.
In der anderen Geschichte sind ganz andere Voraussetzungen: Da werde ich geführt, lebe ich aus dem Licht einer Gnade, die in mein Leben fällt. Und der Ausgang meiner Geschichte liegt in Gottes Hand. Dort wird sie ihr gutes Ende finden bzw. einen neuen Anfang.
Ich lade sie ein und möchte uns ermutigen, unsere Aufmerksamkeit, den Blick auf die zweite Geschichte zu lenken. Im Vielerlei unseres Lebens mit seinen unzähligen Eindrücken und Reizen, mit den vielen deprimierenden Erfahrungen, verlieren wir oft die zweite Geschichte, unsere eigentliche Geschichte aus dem Blick. Sie erscheint oft so vage und unwahrscheinlich. Dabei ist sie viel realer als das Getöse unserer Welt, dass uns betäubt und blind macht für die eigentliche, tiefere Wirklichkeit.
Der heutige Sonntag ist in der Kirche traditionell der Hirtensonntag. Da begegnet uns Christus im Bild des guten Hirten, der für seine Herde sorgt, der sie zu den grünen Auen und zum frischen Wasser führt.
Manche können den wunderbaren Psalm 23 noch auswendig: Der Herr ist mein Hirte mir wird nicht mangeln.
Dieses uralte Gebet ist für uns wie eine Einladung, ja eine Tür in jene Geschichte, die Gott mit uns schreibt. Da wird uns ein Bild gemalt von der Geschichte in die Gott uns einlädt.
Er erquicket meine Seele, heißt es da
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
Du bereitest vor mir einen Tisch… und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Spüren sie das Vertrauen, die Hoffnung und den Frieden, ja die Gelassenheit, die da aus jeder Zeile heraus quillt?
Vor einiger Zeit begleitete ich eine Reihe von jungen Erwachsenen auf ihren Weg zur Taufe. Das ist an sich schon eine schöne Aufgabe.
Natürlich wollte ich gern wissen und fragte danach: „Wie ist ihnen Gott auf ihrem Weg begegnet? Wodurch spüren sie, dass es ihn gibt?“
Da kamen etwa solche Antworten: „Ich habe das Empfinden im Leben bis hierher geführt zu sein. Mein Leben hat sich irgendwie gefügt und dahinter erkenne ich Gott.“
„Durch die Erfahrungen meines Lebens hindurch habe ich Gott gespürt. Da wurde ein roter Faden sichtbar.“
Da haben Menschen die Realität dieser anderen Geschichte erfahren, in der Gott uns führt und wir nicht einem willkürlichen Schicksal ausgeliefert sind.
Da erfahren Menschen, Gott ist in ihrer Geschichte und das gibt ihr eine andere Dimension, einen Sinn. Da fügt sich was. Da kommt eins zum Anderen. Sie haben durch ihr Leben erfahren, da ist ein Gegenüber, eine Kraft die stützt und führt und bewahrt….
Welche Geschichte lebst du? stand als Frage über diesem Gottesdienst.
Auf der einen Seite wissen wir: Unser Schicksal können wir uns nicht aussuchen. Es wird uns wie das Wort sagt geschickt, als unser Geschick.
Viele Faktoren in unserer Geschichte können wir nicht oder kaum beeinflussen.
Aber durch unser Vertrauen, dass hinter der vordergründigen Geschichte unseres Alltags noch eine andere tiefer reichende Handlung stattfindet, lernen wir anders auf unser Leben zu schauen.
Unser Glaube ist wie eine Art Lichtschalter, der ein erhellendes und wärmendes Licht über unserer Lebensgeschichte sichtbar macht. Und dann kann unsere Geschichte ganz anders erzählt werden. Eben in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Christus ist für uns der Schlüssel um diese andere Geschichte zu erkennen und immer bewusster in ihr zu leben.
Seine Geschichten erzählen uns etwas von unserer Geschichte. Ich kann nur empfehlen, immer wieder in diese heilsamen Geschichten einzutreten, um unserer eigenen Geschichte mit Gott auf die Spur zu kommen.
Ich musste an die Geschichten von Narnia, des englischen Schriftstellers und Christen C.S. Lewis denken, die jetzt auch nach und nach in die Kinos kommen. Man kann da in diese Geschichten hineinkriechen, durch einen uralten Kleiderschrank. Hinter dem dritten Pelzmantel links kommt man auf der anderen Seite wieder heraus und tritt ein in das geheimnisvolle Land Narnia.
Wir gehen nicht durch einen Schrank, aber wir haben Christus, der für uns die Tür ist, durch die wir treten, um unsere wahre Geschichte zu finden und zu leben.
Die Bibel ist voller Geschichten, wo Jesus in die Lebensgeschichte von Menschen mit seiner Gnade, seiner heilenden Kraft eintritt und damit ein ganz neues Kapitel aufschlägt, eine neue Dimension ihrer Geschichte ans Licht bringt.
Wir brauchen die Kraft und Wahrheit des Evangeliums sozusagen zum Überziehen gegen zuviel kalte und einseitige Realität. Sie öffnet uns den Blick für die Geschichte Gottes mit uns.
Welche Geschichte lebst du?
Ich wünsche Ihnen, wie ich dass für mich ersehne, dass Sie mehr und mehr in die Geschichte, die Gott mit Ihnen schreibt, hineinwachsen.
Dass sie mehr und mehr spüren, auch wenn ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir…
Ich wünsche Ihnen dass Sie erfahren: Das Leben für sie ist gefügt und sie müssen sich nicht sorgen, zu kurz zu kommen
Du bereitest vor mir einen und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Wenn das keine gute Geschichte wird!
Ich wünsche Ihnen dass Sie erfahren: Das Leben für sie ist gefügt und sie müssen sich nicht sorgen, zu kurz zu kommenWenn das keine gute Geschichte wird!
Stefan Wohlfarth